Autorin: Ulrike Leibing
In Bayern kennen alle das vertraute Sprichwort „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist!" Für La Palma gilt diese Faustregel nicht. Das frühsommerliche Wetter hält das ganze Jahr über, egal wie laut der Hahn kräht und wie hoch er dabei steht.
Der Hahnenschrei zeugt von einer idyllischen ländlichen Umgebung und diese wird insbesondere von Urlaubern gerne gesucht. Frisch gelegte Eier von freilaufenden biologisch ernährten Hühnern, weichgekocht auf dem hübsch mit Blumen dekorierten Frühstückstisch, munden jeden. Zu einer glücklichen Hühnerschar, die mit Freuden ihre Eier legt, gehört auf jeden Fall ein Hahn. Er ist der Held, der für Ruhe und Ordnung unter den gackernden Hühnern sorgt und sie notfalls beschützt vor bösen Eindringlingen oder möglichen Konkurrenten. Nur dem Gockel haben wir die süßen kleinen Küken zu verdanken.
Also Hühner glücklich, Eier gut, alles gut ... - nicht so jedoch in unserer Nachbarschaft. Hier zeichnete sich ein Hahn durch besondere Gesangsfreude aus, deshalb wurde er unter dem Namen Caruso berühmt. Wäre das lautstarke Kikeriki nur zum Sonnenaufgang oder tagsüber zu hören gewesen, hätten es alle akzeptiert. Doch Caruso trällerte insbesondere gerne nach Mitternacht in regelmäßigen Abständen, um über sein Revier hinaus, die Welt über seine Existenz in Kenntnis zu setzen. Vermutlich stiegen die Schallwellen hinauf bis zum Observatorium am Roque de los Muchachos.
Ob sich die Rufattacken auf die Hühnerschar psychisch auswirkten, weiß ich nicht. Doch die fehlende Nachtruhe wurde in der Nachbarschaft alsbald zum Tagesthema. Wie könnte man dem Hahnenschrei ein Ende bereiten? Es wurde ernsthaft überlegt, Geld zu sammeln, Caruso abzukaufen und ihn gemeinschaftlich an einem Grillabend zu vertilgen. Die Vegetarier meinten, dass eine Entführung und Evakuierung in den hohen Norden vielleicht auch eine Lösung wäre.
Gespräche mit Juan, dem Besitzer der Hühnerfamilie, stießen zuerst auf taube Ohren. Doch irgendwann bemerkte auch er die dunklen Augenschatten der Urlaubsgäste, die Caruso nicht mehr hören wollten. So machte sich Juan von da an jeden Abend bei Sonnenuntergang auf den Weg zu seiner Finca, pflückte Caruso vom Ast eines Baumes, steckte ihn in einen Sack und ließ ihn erst am nächsten Morgen wieder frei laufen. Vor kurzem starb Caruso eines natürlichen Todes. Sein Nachfolger wird „Jackson" genannt. Er zeichnete sich bereits als Jugendlicher durch besondere Tanzeinlagen aus, singt jedoch nicht mehr des Nächtens.
Übrigens wird auf La Palma die Tradition des Hahnenkampfes gepflegt. Es gibt acht Hahnenkampfvereine und tausende von Hähnen, die dafür gezüchtet werden, um regelmäßig bei Wettkämpfen anzutreten. Jedoch wird nicht gekämpft, bis ein Hahn tot ist, sondern nur bis einer der Besitzer das Handtuch wirft.
So betrachtet hat „Jackson" ein paradiesisches Leben, tanzt, springt und kräht gerade wie es ihm Spaß macht.
In Bayern kennen alle das vertraute Sprichwort „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist!" Für La Palma gilt diese Faustregel nicht. Das frühsommerliche Wetter hält das ganze Jahr über, egal wie laut der Hahn kräht und wie hoch er dabei steht.
Der Hahnenschrei zeugt von einer idyllischen ländlichen Umgebung und diese wird insbesondere von Urlaubern gerne gesucht. Frisch gelegte Eier von freilaufenden biologisch ernährten Hühnern, weichgekocht auf dem hübsch mit Blumen dekorierten Frühstückstisch, munden jeden. Zu einer glücklichen Hühnerschar, die mit Freuden ihre Eier legt, gehört auf jeden Fall ein Hahn. Er ist der Held, der für Ruhe und Ordnung unter den gackernden Hühnern sorgt und sie notfalls beschützt vor bösen Eindringlingen oder möglichen Konkurrenten. Nur dem Gockel haben wir die süßen kleinen Küken zu verdanken.
Also Hühner glücklich, Eier gut, alles gut ... - nicht so jedoch in unserer Nachbarschaft. Hier zeichnete sich ein Hahn durch besondere Gesangsfreude aus, deshalb wurde er unter dem Namen Caruso berühmt. Wäre das lautstarke Kikeriki nur zum Sonnenaufgang oder tagsüber zu hören gewesen, hätten es alle akzeptiert. Doch Caruso trällerte insbesondere gerne nach Mitternacht in regelmäßigen Abständen, um über sein Revier hinaus, die Welt über seine Existenz in Kenntnis zu setzen. Vermutlich stiegen die Schallwellen hinauf bis zum Observatorium am Roque de los Muchachos.
Ob sich die Rufattacken auf die Hühnerschar psychisch auswirkten, weiß ich nicht. Doch die fehlende Nachtruhe wurde in der Nachbarschaft alsbald zum Tagesthema. Wie könnte man dem Hahnenschrei ein Ende bereiten? Es wurde ernsthaft überlegt, Geld zu sammeln, Caruso abzukaufen und ihn gemeinschaftlich an einem Grillabend zu vertilgen. Die Vegetarier meinten, dass eine Entführung und Evakuierung in den hohen Norden vielleicht auch eine Lösung wäre.
Gespräche mit Juan, dem Besitzer der Hühnerfamilie, stießen zuerst auf taube Ohren. Doch irgendwann bemerkte auch er die dunklen Augenschatten der Urlaubsgäste, die Caruso nicht mehr hören wollten. So machte sich Juan von da an jeden Abend bei Sonnenuntergang auf den Weg zu seiner Finca, pflückte Caruso vom Ast eines Baumes, steckte ihn in einen Sack und ließ ihn erst am nächsten Morgen wieder frei laufen. Vor kurzem starb Caruso eines natürlichen Todes. Sein Nachfolger wird „Jackson" genannt. Er zeichnete sich bereits als Jugendlicher durch besondere Tanzeinlagen aus, singt jedoch nicht mehr des Nächtens.
Übrigens wird auf La Palma die Tradition des Hahnenkampfes gepflegt. Es gibt acht Hahnenkampfvereine und tausende von Hähnen, die dafür gezüchtet werden, um regelmäßig bei Wettkämpfen anzutreten. Jedoch wird nicht gekämpft, bis ein Hahn tot ist, sondern nur bis einer der Besitzer das Handtuch wirft.
So betrachtet hat „Jackson" ein paradiesisches Leben, tanzt, springt und kräht gerade wie es ihm Spaß macht.




