Nur wenige wissen, dass der vollständige Name der Insel La Palma „San Miguel de La Palma" lautet. Es geschah am 29. September 1492, dem Namenstag des Heiligen Michael, als Fernández de Lugo gefolgt von einem Heer an Soldaten die Insel eroberte. Der Heilige Michael, der mit seinem Flammenschwert den Teufel bezwungen hat, stand an diesem denkwürdigen Tag anscheinend den Konquistadoren zur Seite. Als Dankeschön wurde die Kirche von Tazacorte, die Iglesia de San Miguel Arcángel, dem Heiligen Michael geweiht. Zusätzlich gilt der Heilige Michael als Schutzpatron für Tazacorte und den Hafen von Tazacorte. Entsprechend kann man ihn nicht nur in der Kirche, sondern auch als Brunnenfigur, gleich vor dem Rathaus von Tazacorte bewundern.
Im traditionellen Volksglauben spielt der Erzengel Michael eine wichtige Rolle: Er führt ein Verzeichnis aller guten und schlechten Taten der Menschen. Dieses wird am Tage des Jüngsten Gerichtes vorgelegt. Das mag wohl ein weiterer Grund sein, sich mit diesem Heiligen gut zu stellen.
Zu den wichtigsten Ereignissen des Jahres zählt, in dem sonst so verschlafen wirkenden Tazacorte, der Namenstag von San Miguel. Über vierzehn Tage lang dauern die Festivitäten. Diverse Konzerte und Auftritte umrahmen das Veranstaltungsprogramm. Insbesondere als Attraktion gelten die „Los Caballos Fufos", Pferde aus bunter Pappe, die mit ihren Reitern durch die Straßen tanzen.
Den krönenden Abschluss bildet am 29. September ein Festgottesdienst mit anschließender Prozession. Begleitet von Trommelschlägen der Militärkapelle, tragen vier kräftige Männer stolz auf einem hölzernen Thron die Figur des Heiligen Michaels durch die engen Straßen von Tazacorte, in der Regel angeführt vom Bischof, dem Stadtpfarrer und den Ministranten, gefolgt von Dorfschönheiten und ehemaligen Dorfschönheiten in volkstümlichen Kostümen mit hochgesteckten schwarz verschleierten Kappen.
Man muss es erlebt haben! Während die Prozession durch die Straßen zieht, warten schon unzählige nicht ganz so Fromme an der Promenade auf den Höhepunkt, „la tradicional quema de fuegos artificiales" - das Feuerwerk.
Ob gläubig oder nichtgläubig, die Einheimischen wissen sich an diesem Festtag zu kleiden. Die Sonntagsgarderobe wird ausgeführt. Zugegebenermaßen entspricht der Stil nicht ganz der neuesten Mode. Manch enge Naht muss vor den zu viel gegessenen Papas oder sonstigen palmerischen Spezialitäten zittern. Einige Stöckelschuhe, geführt von den strammen Waden der Damen, sind auf alle Fälle eine Bewunderung wert.
Sogar die kleinsten Mädchen sind herausgeputzt, wie zu einer Hochzeitsfeier. Die Jungs hingegen scheinen es „cooler" zu nehmen und überbrücken die Wartezeit mit den üblichen Rangeleien. Während die Barbesitzer alle Hände voll zu tun haben, hoffen die Budenverkäufer noch ein paar Sonnenbrillen und Schmuckstücke zu verkaufen.
Die schwarzgekleideten Damen und Herren des Chors, angeführt von drei Solisten, nützen die letzte Gelegenheit zu einer Probe auf der Bühne vor der Kirche. Die Dame vom Fernsehen übt ihren Text vor der noch nicht laufenden Kamera. Life soll das Ereignis im kanarischen Fernsehprogramm übertragen werden.
Die Spannung steigt. Ein lauer Wind kommt auf und kann nur durch einen Cuba Libre gekühlt werden. Im Hintergrund sind die dumpfen Trommelschläge der Prozession zu hören. Eine weitere kleine Gasse wurde durchschritten. Die Polizei stoppt den Straßenverkehr. Endlos scheint es zu dauern, bis der Heilige Michael die Promenade erreicht. Und schon beginnt das wirklich gigantische Feuerwerk, eine himmlisch leuchtende Augenweide - die Nacht explodiert in den verschiedensten Formen und Farben, begleitet von Böllerschüssen und Schwefelgeruch. Jeder applaudiert vor Begeisterung nachdem die letzten Funken verglüht sind.
Nun ist es Zeit für San Miguel sich auf den Heimweg zu machen. Wiederum begleitet von der Prozession, ist sein letzter Stopp vor dem Kirchenportal. In erster Reihe wird er abgesetzt und darf dem Einsatz des Chores mit Orchester lauschen. In den höchsten Tönen wird die Hymne auf ihn gesungen. Dabei leuchtet sein Schwert hell auf im Scheinwerferlicht, wie als letzter Gruß, bevor er wieder für ein Jahr auf seinen Platz in der Kirche zurückgestellt wird.
Text von Ulrike Leibing

Im traditionellen Volksglauben spielt der Erzengel Michael eine wichtige Rolle: Er führt ein Verzeichnis aller guten und schlechten Taten der Menschen. Dieses wird am Tage des Jüngsten Gerichtes vorgelegt. Das mag wohl ein weiterer Grund sein, sich mit diesem Heiligen gut zu stellen.
Zu den wichtigsten Ereignissen des Jahres zählt, in dem sonst so verschlafen wirkenden Tazacorte, der Namenstag von San Miguel. Über vierzehn Tage lang dauern die Festivitäten. Diverse Konzerte und Auftritte umrahmen das Veranstaltungsprogramm. Insbesondere als Attraktion gelten die „Los Caballos Fufos", Pferde aus bunter Pappe, die mit ihren Reitern durch die Straßen tanzen.
Den krönenden Abschluss bildet am 29. September ein Festgottesdienst mit anschließender Prozession. Begleitet von Trommelschlägen der Militärkapelle, tragen vier kräftige Männer stolz auf einem hölzernen Thron die Figur des Heiligen Michaels durch die engen Straßen von Tazacorte, in der Regel angeführt vom Bischof, dem Stadtpfarrer und den Ministranten, gefolgt von Dorfschönheiten und ehemaligen Dorfschönheiten in volkstümlichen Kostümen mit hochgesteckten schwarz verschleierten Kappen.
Man muss es erlebt haben! Während die Prozession durch die Straßen zieht, warten schon unzählige nicht ganz so Fromme an der Promenade auf den Höhepunkt, „la tradicional quema de fuegos artificiales" - das Feuerwerk.
Ob gläubig oder nichtgläubig, die Einheimischen wissen sich an diesem Festtag zu kleiden. Die Sonntagsgarderobe wird ausgeführt. Zugegebenermaßen entspricht der Stil nicht ganz der neuesten Mode. Manch enge Naht muss vor den zu viel gegessenen Papas oder sonstigen palmerischen Spezialitäten zittern. Einige Stöckelschuhe, geführt von den strammen Waden der Damen, sind auf alle Fälle eine Bewunderung wert.
Sogar die kleinsten Mädchen sind herausgeputzt, wie zu einer Hochzeitsfeier. Die Jungs hingegen scheinen es „cooler" zu nehmen und überbrücken die Wartezeit mit den üblichen Rangeleien. Während die Barbesitzer alle Hände voll zu tun haben, hoffen die Budenverkäufer noch ein paar Sonnenbrillen und Schmuckstücke zu verkaufen.
Die schwarzgekleideten Damen und Herren des Chors, angeführt von drei Solisten, nützen die letzte Gelegenheit zu einer Probe auf der Bühne vor der Kirche. Die Dame vom Fernsehen übt ihren Text vor der noch nicht laufenden Kamera. Life soll das Ereignis im kanarischen Fernsehprogramm übertragen werden.
Die Spannung steigt. Ein lauer Wind kommt auf und kann nur durch einen Cuba Libre gekühlt werden. Im Hintergrund sind die dumpfen Trommelschläge der Prozession zu hören. Eine weitere kleine Gasse wurde durchschritten. Die Polizei stoppt den Straßenverkehr. Endlos scheint es zu dauern, bis der Heilige Michael die Promenade erreicht. Und schon beginnt das wirklich gigantische Feuerwerk, eine himmlisch leuchtende Augenweide - die Nacht explodiert in den verschiedensten Formen und Farben, begleitet von Böllerschüssen und Schwefelgeruch. Jeder applaudiert vor Begeisterung nachdem die letzten Funken verglüht sind.
Nun ist es Zeit für San Miguel sich auf den Heimweg zu machen. Wiederum begleitet von der Prozession, ist sein letzter Stopp vor dem Kirchenportal. In erster Reihe wird er abgesetzt und darf dem Einsatz des Chores mit Orchester lauschen. In den höchsten Tönen wird die Hymne auf ihn gesungen. Dabei leuchtet sein Schwert hell auf im Scheinwerferlicht, wie als letzter Gruß, bevor er wieder für ein Jahr auf seinen Platz in der Kirche zurückgestellt wird.
Text von Ulrike Leibing




