La Palma - Los Llanos de Aridane


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La Palma - Los Llanos de Aridane

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Los Llanos ist ein nicht ganz so leicht auszusprechender Name. Am besten, man nuschelt wie die Einheimischen das „s" als leichtes englisches „th" und denkt bei den Buchstaben „Ll" an einen wunderschönen Brillanten.

Somit kommen wir der Stadtbeschreibung schon etwas näher - viele Großstädter empfinden Los Llanos wie einen kleinen rohen Diamanten, vielleicht an manchen Stellen noch etwas ausbaufähig und doch in seiner noch auffindbaren Ursprünglichkeit einfach bezaubernd.

Ein Stadtbummel durch Los Llanos ist auf alle Fälle empfehlenswert. Doch ein nicht so leichtes Unterfangen, sofern man einen Parkplatz benötigt. Der Eindruck liegt manchmal nahe, dass es mehr parkende Autos als Einwohner gibt. Etwas Erleichterung schafft ein neues Parkhaus am Ende der Avenida Dr. Fleming, Richtung Friedhof. Mit etwas Glück kann man auch eine freie Parklücke am Parkplatz gegenüber der Markthalle finden.

Und schon kommen wir zu den Sehenswürdigkeiten und Einkaufstipps. Die renovierte Markthalle - Mercado genannt - bietet ein breitgefächertes Angebot an Frischwaren der Insel, neben exotischen Früchten wie Mangos, Papayas, Nisperos, Guaven, Maracujas, Ananas, frischen Kräutern, Gemüse und Salaten gibt es Fisch, Fleisch, Käse und Wein. Am Wochenende, freitags und samstags, werden vor dem Mercado frische Blumen verkauft. Die Vielfalt lässt so manches Frauenherz höher schlagen, besonders wenn es die Zeit der Calla-Blüten ist.

Bevor wir auf der Avenida Enrique Mederos weiter Richtung Stadtzentrum zur Plaza de España wandern, noch ein kleiner Einkaufstipp: Sollten Sie Salat einkaufen wollen, stoßen Sie mit dem Wort „ensalada" auf einen verständnislosen Blick bei den palmerischen Verkäufern. Ensalada findet man auf der Speisekarte im Restaurant für einen Salatteller. Der einfache frische Kopfsalat heißt „lechuga". Dazu kann ganz lecker eine „pechuga" - Geflügelbrust schmecken.

Sollten Sie jetzt schon etwas durstig oder hungrig werden, gleich gelangen wir zum zentralen Punkt, dort wo jeder jeden trifft, dort wo man sich einen Cortado unter den schattenspendenden alten mächtigen Lorbeerbäumen gönnt, am Kiosk oder beim Cafe Eden - auf der Plaza de España.

Übrigens vorher haben wir auf unserem Weg die Avenida Dr. Fleming überquert. Auf der Verkehrsinsel, neben der großen Uhr, befindet sich der Eingang zum Tourismus Büro - Oficina Municipal de Informacion y Turismo - www.aridane.info mit vielen interessanten Prospekten, (einer sehr sauberen Toillette) und netten Damen, die gerne Auskünfte erteilen. Des Weiteren liegt nur wenige Meter entfernt das Postamt - Correo -http://www.correos.es/comun/oficinasbuzones/1034-Detalles.asp. Beachten Sie bitte, gleich nach dem Treppenaufgang vor der Eingangstüre eine Nummer zu ziehen, damit Sie nicht unnötig Ihren wertvollen Urlaub in der Warteschlange verbringen.

Die Öffnungszeiten des Postamtes sind: Montag bis Freitag 08:30 - 20:30 Uhr und am Samstag von 09:30 - 13:00 Uhr

Etwas ganz besonderes an Los Llanos ist das „CEMFAC" - „Die Stadt im Museum", ein Forum zeitgenössischer Kunst, ein neues Museumskonzet in Form einer Freiluftsammlung von Fassadenmalerei, einzigartig in Europa. Darum werfen Sie immer wieder bei unserem Spaziergang ein Blick nach oben auf die Fassadenwände. Gleich gegenüber vom Postamt befindet sich in dieser Beziehung zwar nicht so gelungener Neubau, dafür aber mit interessanten Inhalt - das Casa de la Cultura - mit öffentlicher Bibliothek und oft interessanten kulturellen Veranstaltungen - und ebenfalls mit einer dieser besonderen Fassadenmalereien verziert.

Von der Architektur beeindruckend, im alten herrschaftlichen spanischen Stil, ist das benachbarte Rathaus - Ayuntamiento. Eine Gedenktafel erinnert an die Ankunft des Konquistadoren Alonso Fernandez de Lugo 1492 in Tazacorte. Los Llanos wurde nebenbei erwähnt, 1812 gegründet. Im Jahre 1900 betrug die Einwohnerzahl der Stadt 6.638 und ist zwischenzeitlich auf über 20.000 angestiegen. Beachtlich sind all die entstehenden Neubauten. Man wundert sich oft, wer denn in die freistehenden Wohnungen und Geschäftsräume einziehen soll. Vielleicht erklärt dies der starke Publikumsverkehr treppauf und treppab auf den Stufen zum Ayuntamiento.

Auf der großen Plaza kann man das bunte Treiben von den spielenden Kindern lautstark verfolgen, den Unterhaltungen der Männer und Frauen lauschen und die mit vollen Einkaufstaschen beladenen Vorbeieilenden gut beobachten. Diesen Anblick genießen auch die Senioren vor dem „Casino", das auch manchmal Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen bietet.

Ein Blick in die Kirche Nuestra Señora de los Remedios aus dem 17. Jahrhundert lohnt sich, um ein bisschen Ruhe zu finden. Der prunkvolle mit Goldfarben verzierte Hochaltar, in dessen Mittelpunkt die von einem Strahlenkranz umleuchtete Skulptur der verehrten Madonna steht, ist ein Augenschmaus. Danach sollte man die nur wenige Meter entfernt liegende idyllische Plaza Chica besuchen. Während die Herren sich auf den Bänken vor dem Brunnen, gesäumt von Fächerpalmen erholen, können die Damen die Boutiquen genußvoll inspizieren. Die Sonderangebote - Ofertas und Rebajas - sind oft so unglaublich, dass man sogar überlegen kann, mit leeren Koffern nach La Palma zu reisen. Die kleinen Läden bieten von Bekleidung, Schuhen, Kunstobjekten, origineller Schmuck bis hin zum guten Jamon de Serrano alles an.

Aber Vorsicht ! Es ist anzuraten, sich nichts Spezielles als Wunsch auf die Einkaufsliste zu setzen. Das Angebot ist vielseitig, doch nicht so umfangreich wie auf dem Festland. Gibt es etwas Besonderes auf der Insel, muss man zuschlagen, denn wer weiß wann die nächste Schiffslieferung kommt. Die positive Seite daran ist, dass Los Llanos kein großes Kaufhaus oder gar ein Einkaufszentrum besitzt - dann wäre Mc Donald, Burger King, Aldi, Lidl oder Tchibo auch bald anzutreffen (die natürlich gelegentlich schon eine große Verführung wären!).

Zurück zu unserem Stadtbummel, oberhalb der Plaza führen bezaubernde kleine Gässchen, gesäumt von noch vielen zumeist einstöckigen kleinen Häusern im kanarischen Stil, zu einigen versteckten Läden und auch guten Restaurants.

Rechter Hand gelangen Sie zum Archäologischen Museum - museo arqueológico benahoarita - am Camino de Las Adelfas - mit einer ausgesprochen interessanten modernen Architektur. Die Sammlungen über das Leben der Ureinwohner von La Palma mit Informationen über die Geologie und das Klima der Insel sind übersichtlich in den großen Räumlichkeiten untergebracht. Der Eintritt ist frei.

Öffnungszeiten: Di. - Sa. 10.00 - 14.00 h und 17.00 - 20.00 h

Nach dem Museumsbesuch schließt sich unser Rundweg über die Av. Carlos Franciso Lorenzo Navarro, an einigen Banken mit Geldautomaten vorbei, um wieder die Urlaubskasse aufzutanken, Richtung Mercado.

Übrigens am Sonntag findet in Los Llanos von morgens 9 Uhr bis ca. 13 Uhr ein Bauernmarkt statt, mit reichhaltigen frischen Angeboten (je nach Jahreszeit sogar Pfifferlinge!). Leicht zu finden, am Parco Conrado Hernandez - an der Wegbiegung der Avda. Carlos Fransico Navarro - Richtung El Paso.

Nun kommt aber noch der letzte Geheimtipp. Beenden Sie Ihren Stadtbummel zum Sonnenuntergang beim Kiosco an der Calle Conrado Hernandez, bergaufwärts Richtung Caldera de Taburiente. Hier können Sie mit einem Barraquito (eine Spezialität der Kanaren - ein im kleinen Glas servierter Kaffee: unten gezuckerte Kondensmilch, Espresso mit aufgeschäumter Milch, ein Schuß "Cuarenta y tres" oben drauf ein Zitronenschnitz und Zimt) den Blick von oben auf Los Llanos mit dem Aridanetal bis hin zum Meer genießen. Jetzt wird es Ihnen wohlig warm ums Herz. Die Dunkelheit senkt sich über die Bananenfelder. Die Lichter von der Stadt beginnen zu strahlen und die heimliche Hauptstadt von La Palma verführt Sie an L.A. (Los Angeles) zu denken, nur ist es hier L.L. (Los Llanos) - eine Stadt mit unzählig vielen Gesichtern, die es wert ist entdeckt zu werden.

Text von Ulrike Leibing - La Palma Las Norias
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