von Ulrike Leibing
Was ist Kugelrund, ca. einen Handteller groß, stachelig wie ein kleiner Igel, fliegt vom Baum, springt dabei auf und zum Vorschein kommen ein, zwei oder drei kleine braune Leckereien? Jawohl, gut geraten - es handelt sich um die Frucht der Edelkastanie, auf lateinisch Castanea sativa genannt.
Sowohl auf der Westseite, wie auch auf der Ostseite von La Palma gibt es ganze Haine voll Kastanienbäume auf einer Höhe zwischen 600 und 1000 Meter. Sie zählen zur Familie der Buchen, werden durchschnittlich 20 bis 25 Meter hoch und können bis zu 1000 Jahre alt werden. Die Kastanie gedeiht besonders gut unter den ozeanischen Klimabedingungen der vulkanischen Inseln. Früher wie heute ist das Holz sehr begehrt zur Weiterverarbeitung. Interessant ist, dass die Kastanienbäume schon immer auf den Kanaren beheimatet waren und nicht erst von den Eroberern angepflanzt wurden, wie die Mandelbäume.
Im Mittelalter zählte die Kastanie in Europa zu den wichtigsten Nahrungsmittel, insbesondere für die ärmliche Bevölkerungsschicht. Es gab vielseitige Verwendungsmöglichkeiten, ob frisch, getrocknet, roh, gekocht, geröstet oder als Mehl zu Schwarzbrot verarbeitet. In manchen Gegenden war die Armut so groß, dass die Kastanie als einzige Nahrungsquelle galt. Angeblich reichten ein bis zwei Bäume zur ganzjährigen Ernährung einer erwachsenen Person.
Um wieder auf die kanarischen Inseln zurückzukommen, die Guanchen (Ureinwohner) hatten es auf jeden Fall besser. Im Verhältnis speisten sie paradiesisch mit einem reichhaltigen Angebot aus der Natur. Sie verwendeten gemahlenen Weizen oder Hirse um ihr berühmtes Gofio herzustellen.
Für die „heutigen" Palmeros ist das Ernten der Kastanien ein gesellschaftliches Vergnügen. Gemeinsam in großen Gruppen fahren sie an den Wochenenden mit ihren Pickups die Forststraßen entlang, strömen aus und kommen mit reicher Beute wieder nach Hause. Die Erntezeit beginnt je nach Witterung Mitte bis Ende Oktober. Der Höhepunkt ist an San Martin, zum 11. November, dann werden die Maronen traditionell auf offenem Feuer geröstet und zum jungen Wein serviert.
Als Empfehlung für den Hausgebrauch gilt, zuerst die Kastanien mit einem starken, scharfen Messer von der Spitze bis zum Boden einzuschneiden. Sofern Sie die Möglichkeit haben, die Kastanien im Ofen zu Grillen ist es besser als sie zu Backen. Dann wird das Aroma noch schmackhafter. Vergessen Sie nicht, die Kastanien zwischendurch zu wenden oder zu schütteln, damit sie gleichmäßig rösten können. Am besten schmecken die Kastanien, wenn sie innen noch ganz zart, aber außen knusprig geröstet sind. Und achten Sie darauf, dass nicht ein anderer ihnen zuvorkommt und Ihre Kastanien aus dem Ofen holt!!
Ansonsten kennen Feinschmecker zahlreiche andere Möglichkeiten der köstlichen Zubereitung von Kastanien: als Suppe, Beilage oder für eine leckere Nachspeise.
Sollten Sie gerade zur Erntezeit auf La Palma verweilen und Lust zum Sammeln bekommen, gleich nach El Paso, hinter der Kapelle „Virgen del Pino" zweigt vom Wanderweg Richtung Reventon-Pass rechterhand eine Forststraße ab, die quasi von Edelkastanien gesäumt ist. Der circa einstündige Rundweg ist aber auch im Frühjahr zur Blütezeit der Kastanien sehr reizvoll.
Falls Sie im Herbst zu Hause in Deutschland zum Sammeln von Kastanien gehen wollen, achten Sie darauf, keine Rosskastanien zu ernten. Diese sind zum Basteln geeignet, aber nicht zum Verzehr für Menschen gedacht, außer zur Winterfütterung von Rothirschen, Rehen und Wildschweinen.
Was ist Kugelrund, ca. einen Handteller groß, stachelig wie ein kleiner Igel, fliegt vom Baum, springt dabei auf und zum Vorschein kommen ein, zwei oder drei kleine braune Leckereien? Jawohl, gut geraten - es handelt sich um die Frucht der Edelkastanie, auf lateinisch Castanea sativa genannt.
Sowohl auf der Westseite, wie auch auf der Ostseite von La Palma gibt es ganze Haine voll Kastanienbäume auf einer Höhe zwischen 600 und 1000 Meter. Sie zählen zur Familie der Buchen, werden durchschnittlich 20 bis 25 Meter hoch und können bis zu 1000 Jahre alt werden. Die Kastanie gedeiht besonders gut unter den ozeanischen Klimabedingungen der vulkanischen Inseln. Früher wie heute ist das Holz sehr begehrt zur Weiterverarbeitung. Interessant ist, dass die Kastanienbäume schon immer auf den Kanaren beheimatet waren und nicht erst von den Eroberern angepflanzt wurden, wie die Mandelbäume.
Im Mittelalter zählte die Kastanie in Europa zu den wichtigsten Nahrungsmittel, insbesondere für die ärmliche Bevölkerungsschicht. Es gab vielseitige Verwendungsmöglichkeiten, ob frisch, getrocknet, roh, gekocht, geröstet oder als Mehl zu Schwarzbrot verarbeitet. In manchen Gegenden war die Armut so groß, dass die Kastanie als einzige Nahrungsquelle galt. Angeblich reichten ein bis zwei Bäume zur ganzjährigen Ernährung einer erwachsenen Person.
Um wieder auf die kanarischen Inseln zurückzukommen, die Guanchen (Ureinwohner) hatten es auf jeden Fall besser. Im Verhältnis speisten sie paradiesisch mit einem reichhaltigen Angebot aus der Natur. Sie verwendeten gemahlenen Weizen oder Hirse um ihr berühmtes Gofio herzustellen.
Für die „heutigen" Palmeros ist das Ernten der Kastanien ein gesellschaftliches Vergnügen. Gemeinsam in großen Gruppen fahren sie an den Wochenenden mit ihren Pickups die Forststraßen entlang, strömen aus und kommen mit reicher Beute wieder nach Hause. Die Erntezeit beginnt je nach Witterung Mitte bis Ende Oktober. Der Höhepunkt ist an San Martin, zum 11. November, dann werden die Maronen traditionell auf offenem Feuer geröstet und zum jungen Wein serviert.
Als Empfehlung für den Hausgebrauch gilt, zuerst die Kastanien mit einem starken, scharfen Messer von der Spitze bis zum Boden einzuschneiden. Sofern Sie die Möglichkeit haben, die Kastanien im Ofen zu Grillen ist es besser als sie zu Backen. Dann wird das Aroma noch schmackhafter. Vergessen Sie nicht, die Kastanien zwischendurch zu wenden oder zu schütteln, damit sie gleichmäßig rösten können. Am besten schmecken die Kastanien, wenn sie innen noch ganz zart, aber außen knusprig geröstet sind. Und achten Sie darauf, dass nicht ein anderer ihnen zuvorkommt und Ihre Kastanien aus dem Ofen holt!!
Ansonsten kennen Feinschmecker zahlreiche andere Möglichkeiten der köstlichen Zubereitung von Kastanien: als Suppe, Beilage oder für eine leckere Nachspeise.
Sollten Sie gerade zur Erntezeit auf La Palma verweilen und Lust zum Sammeln bekommen, gleich nach El Paso, hinter der Kapelle „Virgen del Pino" zweigt vom Wanderweg Richtung Reventon-Pass rechterhand eine Forststraße ab, die quasi von Edelkastanien gesäumt ist. Der circa einstündige Rundweg ist aber auch im Frühjahr zur Blütezeit der Kastanien sehr reizvoll.
Falls Sie im Herbst zu Hause in Deutschland zum Sammeln von Kastanien gehen wollen, achten Sie darauf, keine Rosskastanien zu ernten. Diese sind zum Basteln geeignet, aber nicht zum Verzehr für Menschen gedacht, außer zur Winterfütterung von Rothirschen, Rehen und Wildschweinen.




