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Das aktuelle Wetter in El Paso:


Der Name El Paso hinterlässt mit tiefer Stimme ausgesprochen, einen Hauch von „wildem" Westen: „Hombre, lass uns nach El Paso reiten und die Sonne putzen!"

Nicht wie der Name verführerisch andeuten könnte über die Sierra Nevada, sondern über die Cumbre und die Caldera zieht sich das Areal von El Paso hin. Immerhin kann El Paso sich mit 135 Km² flächenmäßig als die größte Gemeinde von La Palma rühmen. Außerdem liegt der Gemeindebezirk so zentral, dass er bis auf Tazacorte an die anderen 12 Gemeinden angrenzt.

El Paso kuschelt sich an den Bergrücken, von 750 m hinab bis auf 450 Höhenmeter. Neben den Heizungen im Winter, die bei dieser Höhenlage unerlässlich sind, erwärmen die Sonne und der blaue Himmel nicht nur die Herzen der Einheimischen, sondern auch die der zahlreichen Urlaubsgäste.

Einen guten Ausblick kann man vom Parkdeck des Supermarktes San Martin genießen. Und da wären wir schon beim Stichwort, heute würde der passende Satz nach Ankunft vom Flughafen und vor der Anreise zu Ihrem Feriendomizil auf der Westseite lauten:
„Schatz, lass uns schnell in El Paso halten. Dort gibt es einen riesigen Supermarkt, der von der reichhaltigen Wurst- und Käsetheke über das Toilettenpapier bis hin zum Sonnenschirm alles zu bieten hat!"

Es wäre jedoch schade, wenn es nur bei dieser Stippvisite in El Paso bleiben würde. Neben vielen Geschäften, einer deutschen Bäckerei, Naturkostläden mit palmerischen Bioprodukten, hat der Ortskern von El Paso einige sehr schöne kanarische Bauwerke zu bieten. In vielen der einsamen kleinen Seitenstraßen verstecken sich Kostbarkeiten, wie farbenprächtige Gebäude, die an alte prunkvolle Zeiten erinnern.
Doch zuerst heißt es einige erholsame Minuten im zentral gelegenen öffentlichem Park zu verweilen. Eine Büste von D. Manuel Taño Fernandez weist auf den ersten Bürgermeister der Gemeinde El Paso hin. Sein Leben begann tragisch. Gläubige, die die heilige Messe besuchen wollten, fanden am 24.12. des Jahres 1800 ein kleines Kind im Körbchen an einer Mauer abgestellt . Der Junge hatte Glück und wurde von einer wohlhabenden Familie aufgezogen. Sein Neckname „Manuel de las Paredes" ist leicht auf diese Geschichte zurückzuführen. Am 25. Juni 1837 wurde Manuel Taño Fernandez zum ersten Bürgermeister der Gemeinde El Paso gewählt. Fast hundert Jahre später, im Jahre 1925 beschlossen die Bürgen zu seinen Ehren ihre damalige Hauptstraße nach ihm zu benennnen - die „Calle Manuel Taño".

Im Zentrum von El Paso zieht der imposante hohe Kirchturm der Iglesia Bonanza alle Blicke auf sich. Im Big-Ben-Sound erfahren die Anwohner, was die Stunde geschlagen hat. Der Name Bonanza hat mit der bekannten Cowboy-Serie nichts zu tun. Auf spanisch bedeutet er eine gute Witterung. Das war der Wunsch der Bewohner für eine ertragreiche Ernte. Die Kirche wurde erst um 1930 erbaut.
Ihre Vorgängerin, die kleine Kapelle Bonanza aus dem 17. Jahrhundert liegt nur wenige Meter entfernt. Sie wurde liebevoll restauriert. Insbesondere die Holzverzierungen der kanarischen Dachkonstruktion sind beeindruckend und einen Besuch wert.

El Paso kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Die Nutzung des hoch gelegenen Aridane-Tals wussten schon die Ureinwohner zu schätzen. Hier entstand die höchst gelegene Ansiedlung der „Guanchen".
La Fajana bietet einige interessante Petroglyphenfunde und ist gut über El Paso zu Fuß zu erreichen.

Ab dem 16. Jahrhundert ließen sich im Tal die europäischen Siedler nieder. Sie rodeten die Wälder, um die Nutzung von Acker- und Weideflächen zu erhalten; pflanzten Obst- und Mandelbäume und ernteten den besten Tabak der Insel. Die alten Hallen der Zigarettenfabrik, die Ende 2000 geschlossen wurde, sind Zeitzeugen des ausgestorbenen Industriezweiges. Verarbeitet werden heute nur noch in Brena Alta und Santa Cruz Zigarren per Hand.

Das Seidengewerbe erlebte auf La Palma seine Hochkonjunktur im 16. und 17. Jahrhundert. Die vielen Maulbeerbäume, die am Straßenrand von El Paso stehen, erinnern an das leider nun ausgestorbene Gewerbe.
Die Seidenwerkstatt „Las Hilanderas" , Calle Manuel Taño no. 6 (Öffnungszeiten Montag - Freitag von 10.00 - 13.00 / Dienstag und Donnerstag von 17.00 - 19.00) zeigt von der Seidenraupe bis zum Seidentuch wie hoch kompliziert und aufwendig, mit zwölf bis vierzehn unterschiedlichen Arbeitsprozessen, die Seidenproduktion ist.

El Paso erscheint wie ein verschlafener Ort. Doch für die Einheimischen auf der Westseite bildet El Paso ein Zentrum für den Handel und das Gewerbe mit Möbel- und Elektrogeschäften, Baumärkten, Verleih von Baumaschinen, diverse Werkstätten und nicht zu vergessen, der TÜV.

Somit lohnt sich tatsächlich immer ein Ritt nach El Paso und dies im wahrsten Sinne des Wortes, denn gerade die Pferde fühlen sich sehr wohl auf den weiten weiden von El Paso.

Feste:
Die zwei wichtigsten Feste in El Paso sind eng mit der Kirche verbunden :
Das Herzjesufest - vierzehn Tage nach dem Fronleichnamsfest werden hierfür alle Straßen geschmückt.

Das Fest El Pino - am ersten Sonntag im September bei der Wallfahrtskapelle Virgen del Pino.

Alle drei Jahre findet eine besondere Wallfahrt statt. Dann wird die Jungfrau der Virgen del Pino hinab zur Kapelle von El Paso getragen. Über eine Woche wird der Aufenthalt gefeiert, bis die Jungfrau wieder nach Hause getragen wird.
Diese „Bajada" findet heuer im August 2009 statt und alle freuen sich schon darauf.

Text von Ulrike Leibing - La Palma / Las Norias


Ulrich & Evelyn Roth Ulrich & Evelyn Roth

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